Marokko in drei Tagen

Germanja, Kurzurlaub in Marokko

Endlich hatte ich mal wieder die Gelegenheit für einen Kurzurlaub. Da ich es gern etwas abenteuerlich mag, aber nur drei Tage Zeit hatte, fiel meine Wahl auf Marokko. Nach einer angenehmen Nacht am Flughafen kam ich nach 4 Stunden Flugzeit in Marrakesch an.

1. Tag

Mit dem öffentlichen Bus Nummer 11 bin ich für 40 cent in die Stadt gefahren. Dort habe ich erstmal köstliche Tajine gegessen und frischen Organgensaft getrunken. Am Abend besuchte ich das älteste Hammam der Stadt, das Hammam Mouassine. Dort wurde ich wie von Mama gewaschen, ordentlich abgeschrubbt und massiert. Nach einem Spaziergang über den Jemaa el-Fnaa, den großen Marktplatz mit seinen Musikern und Geschichtenerzählern, ging ich früh zu Bett, da für den nächsten Tag ein Ausflug auf dem Programm stand.

Abendstimmung in Marrakesch
Abendstimmung auf dem Jemaa el-Fnaa, Marrakeschs berühmten Marktplatz

2. Tag

Für den zweiten Tag hatte ich eine Tour mit Art de cuivre in den Toubkal-Nationalpark gebucht. Der Guide Ibrahim und sein Fahrer Lassim erwarteten mich pünktlich am Jemaa el-Fnaa. Von dort ging es in einem Kleinbus hinauf in die Berge des Atlas-Gebirges. Zuvor führte uns Ibrahim auf den großen Markt eines kleines Ortes, der nur einmal pro Woche stattfindet. Dort konnte man vom Knoblauch bis zum Turnschuh wirklich alles kaufen.

Während der weiteren Fahrt hatten wir immer wieder schöne Ausblicke auf Bergdörfer und die unendliche Weite des Altasgebirges. Dann hieß es aussteigen und Ibrahim wanderte mit uns in ein Bergdorf, wo er uns auf dem Dach eines Privathauses frischen Minztee servierte. Mehr brauche ich nicht: Das Gefühl von Freiheit und einen echten Tee!

Anschließend ging es zu Fuß weiter zu einem wunderschönen Wasserfall, den ich ohne Führer niemals gefunden hätte. Zur Stärkung wanderten wir dann weiter zu einem Gasthaus, in dem wir ein typisches marokkanisches Mittagessen genießen konnten.

Zum Abschluss dieses gelungenen Tages und bei traumhaftem Sonnenuntergang durfte natürlich das übliche Kamelreiten nicht fehlen. Es war tatsächlich ein Erlebnis, auf diesen Wüstenschiffen mit der Sonne im Rücken durch die Einöde zu reiten.

3. Tag

Für den dritten Tag hatte ich eine Tour nach Essouira mit Great Travel Morocco gebucht, weil die Fahrt mit dem öffentlichen Bus nur wesentlich günstiger gewesen wäre. Ich habe mich also für ein bisschen Luxus entschieden! Diesmal wurde ich sogar im Hostel abgeholt und gemeinsam mit Reisenden aus aller Welt machte ich mich auf in eine Stadt, die ich vor zwanzig Jahren schon einmal besucht hatte.
Auf dem Weg dorthin besuchten wir eine Arganöl-Produktion, die wohl von einer Frauen-Kooperative geführt wird. Die Preise für die natürlich im Anschluss zu erwerbenden Produkte aus Arganöl oder Arganöl waren astronomisch hoch. Deshalb habe ich sie nicht dort, sondern später auf dem Markt in Essaouira viel günstiger gekauft.
Ebenso stoppten wir, wie wohl alle TouristInnen auf diesem Weg, an einem Ziegenbaum: Ziegen klettern auf Bäume, um deren Früchte zu fressen. Heute verdienen die Hirten vermutlich inzwischen mehr mit einer kleinen Spende für ein Foto mit ihren kletternden Ziegen als mit ihrer eigentlichen Arbeit. Aber das Ziegenbaby in meinen Armen war dann doch ganz süß.
Nach Ankunft in Essaouira versuchte ich, mir noch von damals bekannte Plätze wieder zu finden. Leider erfolglos. Stattdessen entdeckte ich sehr schöne kleine Läden mit Souvenirs und Dekowaren aller Art. Vor allem die schönen Holzarbeiten gefielen mir sehr.
Mit einem der Verkäufer kam ich näher ins Gespräch, weil er gerade per Buch Deutsch lernt, um seine KundInnen besser beraten zu können. Ich brachte ihm ein paar neue Wörter bei und er zeigte mir im Gegenzug, wo der Markt für die Einheimischen war. Denn genau dort fühle ich mich meist am wohlsten: unter den ganz normalen Menschen.
Dort fand ich dann auch ein paar tolle Kleinigkeiten, die ich als nützliche und tatsächlich verwendbare Andenken mit nach Hause nahm, z.B. drei Geschirrhandtücher 🙂 Danach genoss ich noch einige Zeit am Meer bis uns unser Fahrer Isamail wieder sicher zurück nach Marrakesch fuhr.

Natürlich war dieser Urlaub fiel zu kurz und hat mir Appetit auf viel mehr gemacht. Deshalb steht mein nächstes Urlaubsziel für einen längeren Aufenthalt bereits fest: mehr Berge und mehr Meer – in Marokko!