Einmal Marokko mit Kind bitte! Teil 1

Marokko mit Kind

Nach meinem letzten Kurzurlaub in Marrakesch hatte ich Lust auf viel mehr Marokko bekommen. Damit hatte ich wohl auch meine 8-jährige Tochter angesteckt. Sie wollte unbedingt ein Mal auf einem Kamel reiten und frischen Granatapfelsaft trinken.

Und so waren wir nun Ende Februar drei Tage gemeinsam unterwegs. Europäische Frau mit blonden Töchterchen allein in Marokko? Absolut kein Problem. Wir wurden überall sehr freundlich und respektvoll behandelt. Meistens gab es für meine Tochter noch eine extra Portion Herzenswärme, z.B. ein Sitzplatz im Bus oder ein kleines Geschenk beim Einkaufen. Diese Freundlichkeit steckte uns beide an, so dass meine Tochter bald munter auf französisch grüßte, strahlte und sich verabschiedete.

Da wir den ersten Flug des Tages nach Marrakesch gebucht hatten, verbrachten wir die Nacht davor mehr schlecht als recht am Wiener Flughafen. Entsprechend erschöpft war zumindest ich bei unserer Ankunft in DER Stadt des Orients. Mit unserem Hotel Aday, das sehr nah am Jemaa el-Fnaa liegt, hatten wir dann Glück. Es ist günstig und die Zimmer und das Bad sind sauber. Achtung: Handtücher müssen mitgebracht werden.

Inzwischen gehört ein Hamam-Besuch für mich zum Standardprogramm. Diesmal war ich im Spa „Ô Bain de Lina„. Eine genaue Beschreibung der klassischen Hamam-Behandlung dort beschreibe ich hier.

An unserem ersten „richtigen“ Tag in Marokko unternahmen wir mit unserem Guide Ibrahim und einer netten französischen Gruppe einen Tagesauflug in den Toubkal-Nationalpark und in die Steinwüste Agafay. Meiner Tochter gefiel dieser Ausflug sehr, weil wir an mehreren interessanten Stationen anhielten und es immer etwas zu sehen und zu tun gab: eine Arganöl-Produktion mit Verkostung, ein kleiner Souvenirstand am Straßenrand mit beeindruckenden Fossilien, köstliches gemeinsames Mittagsessen, bei dem sie sich mit zwei Mädchen anfreundete und die abwechslungsreiche Wanderung zu einem Wasserfall in den Bergen…

Auf dem Weg in die Steinwüste machte sie ein kleines Nickerchen im Bus und war dann wieder ausgeruht für ihr persönliches Highlight des Tages: Das Kamelreiten! Zuerst wurden alle ReiterInnen in traditionelle marokkanische Gewänder gekleidet. Danach gab es ein kurzes Fotoshooting, bei dem wohl das Kamelbaby der absolute Star war. Als meine Tochter in unserer Karawane dann noch ganz allein auf einem Kamel durch die Steinwüste reiten durfte, war ihr Glück perfekt. Dabei waren das Aufstehen und Niederlegen der großen Wüstenschiffe mit meinem Kind oben drauf wohl der größte Angstmoment für mich während der gesamten Reise.

Erfüllt von der besonderen Intensität der Farben, Gerüche und der traumhaften Landschaft kehrten wir abends in die Stadt zurück und bewunderten auf dem Weg zum Hotel noch das wilde Treiben auf dem Jemaa el-Fnaa.

Geschicklichkeitsspiel
Geschicklichkeitsspiel für Groß und Klein am Jemaa el-Fnaa

Wie es uns am zweiten Tag erging, lest ihr hier.