Einmal Marokko mit Kind bitte! Teil 2

Durch meine letzte Reise nach Marokko schon mutiger geworden, traute ich mich diesmal, mit dem öffentlichen Bus von Marrakesch nach Essaouira zu fahren. Mit von der Partie: meine 8-jährige Tochter. Ich habe mich aus Gründen der Sicherheit für die Luxusvariante mit dem Bus von Supratours entschieden. Da mir die Online-Buchung zu kompliziert war, fuhren wir rechtzeitig mit dem Stadtbus Nr. 14 um 4 Dirham pro Nase zur Busstation neben dem Bahnhof und kauften unsere Ticket direkt am Schalter. Jedes Ticket kostete 80 Dirham.

Im Bus saßen dann vor allem TouristInnen. Also gibt es offenbar noch eine Busvariannte für Einheimische, die ich dann beim nächsten Mal ausprobiere 🙂 Mit Kind war dieser komfortable Reisebus jedoch perfekt, auch wenn es kein WLAN gab. Nach der Hälfte der Fahrtzeit machte der Busfahrer 20 Minuten Pause in einer Kleinstadt. Kurz vor Essaouria sahen wir dann auch einige Bäume, auf denen Ziegen für Fotos posierten. Unser Wettstreit um den ersten Blick aufs Meer verkürzte uns noch die letzten Minuten der Fahrtzeit.

Für unsere Übernachtung hatte ich uns etwas Luxus im Riad 7 Stones gebucht. Dort angekommen duschten wir ausgiebig, genossen das große Bett und machten uns dann auf ans Meer. Das es extrem windig war, hielt meine Tochter nicht davon ab, so richtig im Wasser und am Strand zu toben. Zum Baden war es durch den Wind aber selbst ihr zu kalt.

Den Abend verbrachten wir mit einem Stadtbummel und günstigem Essen in einem der vielen kleinen Restaurants der Stadt. Insgesamt ist Essaouira deutlich entspannter als Marrakesch. Zu Fuß kommt man hier wirklich überall hin. Als Mutter konnte ich so einen Gang runterschalten. Für den Abend waren wir mit meiner ältesten Tochter verabredet, die dann kurz gegen Mitternacht am außerhalb gelegenen Busbahnhof für die „Einheimischen“ eintraf. Dort mit meiner 8-Jährigen im Halbdunkeln zu warten, wäre normalerweise ein No-Go für mich gewesen. Weil sich aber der Buseinweiser gut um uns gekümmert hat, nahmen wir bald meine große Tochter in Empfang, die dann mit ihren drei BegleiterInnen in einem der vielen Hostels der Stadt unterkam.

Am nächsten Tag kauften wir wunderschön duftende Kästchen aus Thujaholz mit geheimen Öffungsmechanismen, fremde Gewürze, Fossilien und viele Oliven. Wir bummelten über alte Festungsmauern, bauten Sandburgen am Strand und aßen frische Falafel direkt am Meer. Gern wären wir noch ein paar Tage länger in dieser charmanten Stadt geblieben, doch der Rückflug rief.

Also fuhren wir am Abend wieder mit dem Bus von Supratours retour. Unser Gepäck konnten wir bis zur Abfahrt in dessen Büro kostenlos zwischenlagern. Während der Pause auf der Hälfte der Strecke, kaufte ich in einem Laden für Haushaltswaren eine Tajineform um 15 Dirham, mit der ich hoffentlich tolle Gerichte aus Marokko nachkochen werde. Da die Form ziemlich schwer war, entschieden wir uns bei der Ankunft in Marrakesch für das Taxis statt den Bus. Der angebliche Nachttarif wäre wohl 60 Dirham, weil angeblich kein Bus mehr fährt, so einer der Fahrer. Bezahlt haben wir letztendlich 30 Dirham und auf der Strecke begegneten uns ganz überraschend doch mehrere Stadtbusse 🙂

Am Jemaa el-Fnaa kauften wir dann noch die letzten Souvenirs, schauten ein letztes Mal den AkrobatInnen zu, bevor wir erschöpft einschliefen und am nächsten Morgen zum Flughafen aufbrachen.

Noch im Flugzeug entschieden wir, dass wir das nächste Mal in die Sandwüste Marokkos fahren und dort selbst nach Fossilien, Steinen und Kristallen suchen werden. Inshallah!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.