Malta und Gozo im September

Es war mal wieder dringend an der Zeit, Österreich den Rücken zuzukehren und vor den kalten und nassen Tagen noch etwas Sonne und Meer zu genießen.

Viel Zeit hatte ich leider nicht, daher fiel meine Wahl nach kurzer Suche auf Skyscanner auf Malta. Gott sei Dank gab es wegen Corona keine Einreisebeschränkungen und ich musste bei der Einreise nur zwei Formulare ausfüllen. Während des Fluges, der von Wien etwas mehr als zwei Stunden dauert, hatte ich auf dem Hin- und Rückweg jeweils eine ganze Sitzreihe für mich, so dass sogar ein Schläfchen drin war.

 

Malta und Meer

Vom Flughafen kam ich mit dem öffentlichen Bus für 2 Euro nach San Julians zum Marco Polo Party Hostel. Das Transportsystem ist in Malta generell sehr gut ausgebaut und ich bin öffentlich überall, sogar bis direkt an den Strand, sehr gut hingefahren. Google Maps oder die lokale App Tallinja zeigen die Verbindungen sehr zuverlässig an.

Während der Fahrt zum Hostel ging es beständig durch Stadtgebiete,  die alle miteinander extrem verbaut sind: Beton an Beton, große hässliche Gebäude – definitiv keine Orte, an denen ich leben möchte.

Deshalb machte ich mich am folgenden Tag auf den Weg in die Natur. Ohne Umsteigen fuhr ich mit dem Bus zum Strand Ir-Ramla tal-Mixququa und frühstückte dort mit Meerblick. Auf wunderschönen kleinen Pfaden und abwechslungsreichen Kletterwegen an der Küste entlang, wanderte ich dann den ganzen Tag weiter: zum „Ghajn Tuffieha“ Strand, an tollen Felsformationen und Klippen aus Lehm entlang zur „Qarraba Bay„. Von dort über eine winzige Landzunge aus Stein und über sandige Hügel zum „Gnejna Bay“ Strand. Natürlich war ich zwischendrin immer wieder auch schwimmen :-). Am letzten Strand nahm ich dann wieder den Bus zurück nach San Julians, wo ich dann auf der Dachterasse des Hostels noch einen entspannten Abend verbrachte.

Eine Wanderung an vier Stränden entlang, mit ausgiebigem Schwimmen und tollen Ausblicken war genau nach meinem Geschmack!

Tagesauflug auf die Nachbarinsel Gozo

Irgendwie kam ich während meines Kurztrips mit mehreren älteren Männern ins Gespräch. Ein bisschen merkwürdig, aber sehr nett. Einer der Herren empfahl mir den Besuch der Insel Gozo, weil sie ruhig und schön wäre. Da habe ich doch glatt auf einen männlichen Rat gehört und bin am nächsten Morgen mit dem Bus direkt vom Hostel bis zum Hafengebäude in Cirkewwa gefahren. Dort konnte ich schon nach kurzer Wartezeit in die nächste Fähre einsteigen und bei der halbstündigen Überfahrt genüsslich frühstücken.  Das Ticket kostete knapp 5 Euro und musste erst bei der Rückfahrt gezahlt werden.

Auf Gozo kam ich dann im Hafen von Mgarr an und fuhr mit dem Bus über Victoria nach Xwejni an die Küste.

Auf Gozo waren die Straßen tatsächlich viel enger und immer wieder konnte ich schöne Gebäude in traditionellem Baustil entdecken.

Auch auf Gozo genoss ich wieder Sonne und Meer und wanderte an der Küste entlang. Dabei entdeckte ich die traditionelle Art der Salzgewinnung aus Meerwasser und kam auch noch mit einer Frau ins Gespräch, deren Familie in den Sommermonaten dort tatsächlich mit der Salzgewinnung beschäftigt ist und es auch verkauft.

Diese Wasserbecken mit der Vorstellung der geduldigen Salzgewinnung haben mich schon sehr beeindruckt.

Als es langsam dunkel wurde, machte ich mich auf den Rückweg und kam abends im Hostel noch mit ein paar Frauen ins Gespräch, bei dem wir unsere Erfahrungen mit Männern teilten 🙂

Am nächsten Morgen nahm ich dann bereits um 5:13 Uhr den ersten Bus in Richtung Flughafen, den ich dann leicht gestresst mit einmal Umsteigen pünktlich erreichte.

Mein Fazit zu Malta und Gozo: nette Leute,  super Busverbindungen, tolle Strände und Küste – aber total verbaute Städte. Deshalb gibts von denen auch keine Fotos hier.

Griechenland im Juni

Lange habe ich gezittert, ob ich meine zwei Wochen Jahresurlaub in Österreich oder doch im Ausland verbringen können werde. Also habe ich aufmerksam die Nachrichten und die Abflugpläne des Wiener Flughafens studiert und mich dann für einen Urlaub in Griechenland entschieden. Bei der Ankunft am Flughafen in Athen musste ich wie alle anderen Passagiere einen Coronatest abgeben. Danach wurden wir unter Sicherheitsvorkehrungen in ein Hotel in der griechischen Hauptstadt gebracht, wo ich circa 20 Stunden auf mein Testergebnis (Gott sei Dank „negativ“) gewartet habe.
Danach konnte ich doch noch in dem von mir vorab gebuchten Pella Inn Hostel mit toller Dachterasse einchecken, in dem ich das Frauenzimmer mit Blick auf die Akropolis ganz für mich allein hatte. Corona hat auch Vorteile!

Athen – Großstadt mit Charme und Geschichte

Meine Zeit in Athen nutzte ich, um die Altstadt, die Nachbarschaft meines Hostels und die Akropolis zu erkunden. Die eindrucksvolle Akropolis, bei der ich Schildkröten und viele Streunerkatzen entdeckte, ist wohl das größte Steintetris der Welt :-). Corona sei Dank war ich dort fast allein auf dem Gelände.

Die Akropolis bei Vollmond von der Dachterasse des Pella Inn Hostels fotografiert

Die Insel Lesbos

Am folgenden Abend fuhr ich mit der Fähre auf die 12h entfernte Insel Lesbos. Das Ticket dafür hatte ich in einem der vielen Verkaufstellen in der Stadt gekauft. Details für Routen, Ticketpreise und Online-Buchungen sind hier möglich. Die Überfahrt war sehr entspannt. Da nur wenige Passagiere an Bord waren,  konnte ich mich auf  einem Sofa ausstrecken und kam am nächsten Morgen halbwegs ausgeschlafen in der Hafenstadt Mytilini auf der Insel Lesbos an.
Mytilini ist übersichtlich und eine schöne Promenade lädt zum Bummeln und Fischessen ein.
Dort war ich jedoch nicht zum Vergnügen, sondern ich besuchte Menschen, die im gefährlichsten Flüchtlingslager überleben müssen, um mit ihnen ein Interview zu machen, dass ihr hier nachhören könnt.

Schande Europas - Lager Moria für Kriegsflüchtlinge

Nachdem ich gesehen hatte, welch unerträgliches Leid auf der Insel Lesbos zu Hause ist, konnte ich die offensichtlichen Schönheiten der Insel einfach nicht genießen und bin nach drei Nächten wieder abgereist. Denn ich kann mich nicht an einem Ort erholen, wenn ich weiß, dass dort Menschen leiden und sogar sterben. Also ging es mit der Fähre zurück nach Athen. Mein nächstes Ziel war die kleine und grüne Insel Alonnisos – der Weg dorthin dauerte länger – aber er hat sich gelohnt.

Die grüne Insel Alonnisos

Um die Fähre zur Insel zu erreichen, fuhr ich mit dem Überlandbus von KTEL in die vier Stunden entfernte Hafenstadt Volos, die auch einen Stadtstrand und viele Tavernen direkt am Meer zu bieten hat. Nach einer Übernachtung im Hotel nahm ich am nächsten Morgen die Fähre nach Allonisos, die auf ihrem Weg an wunderschönen unbewohnten Inseln vorbeifährt und noch an zwei weiteren Insel stoppt, bevor sie nach ungefähr vier Stunden am Hafen des kleinen Ortes Patitiri anlegt.

Dort genoss ich vier stilvolle Nächte im Hotel Liadromia und unterhielt mich auf der wunderschönen Dachterasse mit der herzlichen Eigentümerin Maria. Tagsüber lag ich am Strand, schwamm im türkisblauen Meer, wanderte zum alten Dorf und an den Klippen entlang. Jeden Abend tauschte ich mein Geld gegen ein köstliches Essen in einer der verschiedenen Tavernen am Hafen. Besonders gut war das Essen im Restaurant Ostria.

Besonders beeindruckend war das türkisblaue und glasklare Wasser rings um die Insel. Es war heißes Badewetter und so dufteten die Pinien sehr intensiv. Noch waren keine Touristen auf der Insel und so teilte ich mir den Strand mit den Einheimischen. Das war richtiger Urlaub! Gerne hätte ich noch weitere Wanderungen auf der Insel unternommen, aber meine Zeit war um.

Auf meinem langen Weg zurück zum Flughafen Athen legte ich wieder eine Übernachtung in Volos ein und konnte sogar noch das Hammam Polis (Note 2, besser ist dieses hier) ausprobieren, bevor ein halbleeres Flugzeug mich wieder müde und gesund zurück nach Wien brachte.

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Familienwanderung im Mai

Panorama am Traunsee

An einem schönen Samstag im Mai konnte ich einen Gutschein meiner Kinder einlösen, dass sie an einem sonnigen Tag mit mir auf einen Berg gehen. Mühsam ausverhandelt hatten wir, dass wir bei Regenwetter umkehren. Geplant hatte ich eine Wanderung auf den großen Sonnstein am Traunsee. Deshalb stiegen wir in Traunkirchen Bahnhof aus dem Zug, aber irgendwie war das die falsche Bahnstation ausgestiegen und der Weg zum Sonnstein viel zu weit.

Der Weg ist das Ziel

Der freundliche Schaffner an derr Bahnstation empfahl uns stattdessen den Weg zur Hochsteinalm, der gleich nach der Eisenbahnunterführung mit einer Stiege durch die Wiese begann und mit 2,5h Wegzeig ausgeschildert ist.

Über Wiesenwege Straßen und an Viehweiden entlang wanderten wir so langsam unserem Ziel entgegen. Unterwegs entdeckten wir Walderdbeeren, Pferde und Schafe. Insgesamt kam uns der Weg ganz schön lang vor. Wer mit dem Auto fährt kann ein ganzes Stück abkürzen ziemlich weit bis zur Alm hochfahren. Kurz nach dem Parkplatz können sich Wanderer für zwei Gehvarianten entscheiden: Entweder der leichte aber langweilige Forstweg, der auch mit dem Kinderwagen zu schaffen ist, oder ein richtiger Wanderweg vorbei am Bach und mitten durch den Wald.

Tiere am Weg als Garant für glückliche Kinder

Irgendwann traten auch wir dann wieder aus dem Wald heraus und sahen die Hochsteinalm in der Ferne. Auf dem letzten Wegstück gings an zahlreichen Tieren vorbei: Yaks mit Jungtieren, Pferde, Esel und sogar zwei Stachelschweine.

Auf der Hochsteinalm setzten wir uns an einen Tisch auf der Terasse und hatten bei Cola und Kuchen einen wunderbaren Ausblick, der zumindest mich für die Mühe des Weges belohnte. Ich konnte auch Beschilderungen für weitere Wanderwege in andere Richtungen entdecken. Fürs nächste Mal?

Merkwürdigerweise  haben wir für den Rückweg dann viel weniger Zeit gebraucht und waren tatsächlich glücklich, als wir dann erschöpft und müde im Zug zurück nach Linz saßen.

Inzwischen ist einige Zeit vergangen und die Kinder vergessen die Mühen des Weges langsam. Hoffentlich kann ich bald wieder eine Wanderungen mit ihnen planen. Gerne würde ich mit ihnen zum Alberfeldkogel gehen, Seilbahn inklusive.

Hast du schon ähnliche Erfahrungen bei Wanderungen mit Kindern gemacht? Schreib doch dazu in die Kommentare!