Marokko verführt – Teil 2

Hier nun Teil 2 meiner unglaublich lebendigen Marokkoreise mit Ibrahim von Marrakech4tours. Auf seiner Facebookseite findet ihr übrigens noch mehr Fotos von mir:-)

An der Küste entlang

Der vierte Tag sollte uns an der Küste entlang in die Hafenstadt Essaouira führen, in die ich mich schon damals bei meinem ersten Besuch vor mehr als 20 Jahren verliebte. Doch unterwegs entdeckten wir am Straßenrand menschleere Strände, raue Klippen und eine kleine Sandwüste. Klar, dass wir da nicht einfach weiterfuhren, sondern auf Entdeckungstour gingen. Offenbar machte das nicht nur mir, sondern auch meinen beiden Begleitern Spaß. In Essaouira war dann wegen Corona kein preisgünstiges Hotel zu finden, das geöffnet war. Deshalb ließen Irahim&Ibrahim ihre Kontakte spielen und so kamen wir für eine Nacht in einer Wohnung unter. Für mich war das auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich, aber inzwischen kannte ich meine Begleiter schon gut genug und vertraute ihnen. Und natürlich haben wir in einer der kleinen Imbissstuben in der Medina Fisch gegessen: für jeden einen Teller mit vielen frittierten Stücken und dazu ein Schälchen mit Tomatensauße. Lecker!

Essaouira – Perle am Meer

Am vorletzten Tag meines Urlaubs, zumindest war es so geplant :-), gingen wir auf Shoppingtour in Essaouira. Wir kauften Geschenke für Ibrahims Familie, die mich so großzügig eingeladen hatte, außerdem für mich Oliven, Gewürze und kleine Schmuckstücke aus Thujaholz, das seinen ganz eigenen Geruch hat. Danach besuchten wir den Hafen, wo Fische, Schnecken und allerlei anderes Meeresgetier verkauft wird. Wir aßen auf dem Fischmarkt ein Himbeereis – was für eine Verwirrung der Sinne.! An den Klippen vor der Stadtmauer fanden wir auch noch kleine Muscheln und Schneckenhäuser.

Auf dem Rückweg nach Marrakech

sollten wir unbedingt noch Ibrahims Schwester besuchen, die uns zum Abendessen eingeladen hatte. Doch wir hatten unsere liebe Not in der Dunkelheit die richtige Ortschaft zu finden und plötzlich blieb auch noch das Auto stehen! Nach einem kurzen Anruf tauchten Ibrahims Schwager und ein Mechaniker auf, und so versuchten vier Männer meine Sänfte wieder in Gang zu bringen. Damit ich nicht zu lange warten musste, wurde ich schon Mal ins Haus der Schwester gebracht. Nach kurzer Zeit kamen die anderen nach und wir wurden mit verschiedensten Vorspeisen verwöhnt, die ich bereits für den Hauptgang hielt. Auch hier gab es zum Abschluss wieder Äpfel, Bananen, Granatäpfel, Tee und die Einladung, doch bei ihnen zu übernachten. Und so verbrachte ich diese Nacht nach einer wohltuenden Dusche bei einer Berberfamilie im Kinderzimmer, während die Männer im Salon schliefen.

Wenn Marrakesch dich nicht gehen lässt

Obwohl wir am nächsten Morgen rechtzeitig, und an dieser Tatsache rütteln wir auch nicht, zum Flughafen kamen, durfte ich nicht mehr einchecken, weil ich zu spät war und so musste ich erleben, dass mein Flugzeug ohne mich abflog 🙂 Offenbar wollte mich Marrakesch noch dabehalten. Also buchte ich nach einigem Suchen einen Rückflug für den nächsten Tag und wurde von meinen Begleitern im Hotel Charaf untergebracht: einfach, günstig und wohl eher für Einheimische, aber sehr sauber und zentral gelegen. Ich nutzte den zusätzlichen Tag für kleinere Einkäufe – auch nicht schlecht. Wenigstens bleibe ich so spontan und flexibel:-) Den unverhofft zusätzlichen Tag feierten meine Begleiter und ich mit einem Fotoshooting in Marrakech und einem fröhlichen Abend in einem der vielen Straßencafés. Beim Rückflug am nächsten Tag war ich zwar rechtzeitig da, aber mein Herz widersprach heftig.

Selten hat mich das Ende eines Urlaubs und die Heimreise so sehr geschmerzt wie dieses Mal. So viel Schönheit der Natur, so viel Herzlichkeit, Ehrlichkeit und Respekt der Menschen habe ich noch selten erlebt. Wer noch mehr Fotos sehen mag, der darf hier gerne abonnieren und liken. Und natürlich freut sich Ibrahim auf BesucherInnen, die sein Heimatland Marokko gern abseits der üblichen Pfade kennenlernen möchten.

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Zu Besuch im Spa „Ô Bain de Lina“ in Marrakesch

O Bain de Lina Marrakech

Inzwischen bin ich eine echte Hamam-Liebhaberin geworden. Deshalb habe ich mich sehr über die Einladung vom Spa „Ô Bain de Lina“ in Marrakesch gefreut, ihr Hamam auszuprobieren und darüber zu schreiben. Als ich also Ende Februar kaputt vom Flug in Marrakesch ankam, brauchte ich dringend etwas Entspannung und machte mich auf den Weg dorthin.

Mit dem Bus Nr. 5 fuhr ich für 4 Dirham vom Jemaa el-Fnaa zur Haltestelle „Grand Poste“. Dort in der Nähe befinden sich noch einige europäische Geschäfte und ein kleines Einkaufszentrum. Das Spa „Ô Bain de Lina“ liegt nur ein paar Meter von der Bushaltestelle entfernt. Ein großes Schild am Straßenrand zeigt dessen Eingang in ein eher unauffälliges Wohnhaus. Dort gelangt man im Erdgeschoss über einen Weg mit Kerzen und Rosenblättern ins Spa. Ich fand das sehr einladend und liebevoll.

Direkt nach dem Empfang teilt sich das Spa in den Männer- und Frauenbereich. Eine freundliche Mitarbeiterin brachte mich in ein kleines Zimmer mit entspannender Musik, in dem ich meine Kleidung gegen Bademantel und eine kleine Hose tauschte. Danach wurde meine Kleidung in einen Korb gepackt, sicher versperrt und ich in einen kleinen Hamam-Raum geführt.

Dort legte mich auf eine warme Liege aus Stein und meine individuelle Hamam-Waschung in mehreren Schritten begann:

  • Waschung mit sehr warmem Wasser
  • Einseifung mit der typisch marokkanischen schwarzen Seife (savon noir)
  • wieder Waschung am ganzen Körper und kurze Ruhepause
  • sehr festes Peeling mit einem speziellen Handschuh, bei dem sich die alte Haut in kleinen Röllchen ablöst (echt beeindruckend, was da runtergeht)
  • wieder Waschung und Entspannung
  • Einreibung mit der marrokanischen Heilerde Rhassoul, die die Haut babyweich macht
  • kurze Einwirkphase und wieder Waschung am ganzen Körper und den Haaren

Die gesamte Prozedur wurde am ganzen Körper durchgeführt und dauerte circa eine Stunde. Ich musste mich einfach nur von Zeit zu Zeit auf den Bauch oder Rücken drehen 🙂 Danach fühlte ich mich so liebevoll versorgt wie ein kleines Baby. Im Ruheraum konnte ich dann einen süßen Pfefferminztee genießen und weiter entspannen. Eigentlich war ich da schon sehr zufrieden, aber es kam noch mehr! Ich wurde zur Massage abgeholt.

In einem privaten Massageraum wurde ich von einer echten Kennerin eine Stunde lang am ganzen Körper massiert. Und das war definitiv kein bloßes Streicheln, sondern eine professionelle und kraftvolle Ölmassage, die mich sehr an meine Thaimassage für Notfälle in Linz erinnerte. Es war also richtig gut!

Anschließend ging es noch einmal retour in den Hamambereich, wo ich nochmals von Kopf bis Fuß gewaschen wurde. Ehrlich gesagt wurde ich noch nie so verwöhnt. Nach der anfänglichen Scheu, mich fast ganz nackt vor fremden Mitarbeiterinnen des Spas zu zeigen, überwog mit der Zeit mein absolutes Wohlbefinden.

Der Besuch im Spa „Ô Bain de Lina“ war mein vierter Hamambesuch in Istanbul und Marrakesch – und er war für mich der beste, weil ich in privater Atmosphäre ganz wunderbar verwöhnt wurde. Das Spa wird sowohl von Einheimischen als auch TouristInnen besucht. Das “ Ô Bain de Lina“ ist definitiv kein Touristennepp sondern eine echte Wohlfühloase, wo die Mitarbeiterinnen ihr Handwerk wirklich gut beherrschen. Shukran. Schade nur, dass ich nicht regelmäßig in diesen Genuss komme. Aber der nächste Marrakesch-Urlaub kommt bestimmt. Inshallah!

Einmal Marokko mit Kind bitte! Teil 1

Marokko mit Kind

Nach meinem letzten Kurzurlaub in Marrakesch hatte ich Lust auf viel mehr Marokko bekommen. Damit hatte ich wohl auch meine 8-jährige Tochter angesteckt. Sie wollte unbedingt ein Mal auf einem Kamel reiten und frischen Granatapfelsaft trinken.

Und so waren wir nun Ende Februar drei Tage gemeinsam unterwegs. Europäische Frau mit blonden Töchterchen allein in Marokko? Absolut kein Problem. Wir wurden überall sehr freundlich und respektvoll behandelt. Meistens gab es für meine Tochter noch eine extra Portion Herzenswärme, z.B. ein Sitzplatz im Bus oder ein kleines Geschenk beim Einkaufen. Diese Freundlichkeit steckte uns beide an, so dass meine Tochter bald munter auf französisch grüßte, strahlte und sich verabschiedete.

Da wir den ersten Flug des Tages nach Marrakesch gebucht hatten, verbrachten wir die Nacht davor mehr schlecht als recht am Wiener Flughafen. Entsprechend erschöpft war zumindest ich bei unserer Ankunft in DER Stadt des Orients. Mit unserem Hotel Aday, das sehr nah am Jemaa el-Fnaa liegt, hatten wir dann Glück. Es ist günstig und die Zimmer und das Bad sind sauber. Achtung: Handtücher müssen mitgebracht werden.

Inzwischen gehört ein Hamam-Besuch für mich zum Standardprogramm. Diesmal war ich im Spa „Ô Bain de Lina„. Eine genaue Beschreibung der klassischen Hamam-Behandlung dort beschreibe ich hier.

An unserem ersten „richtigen“ Tag in Marokko unternahmen wir mit unserem Guide Ibrahim und einer netten französischen Gruppe einen Tagesauflug in den Toubkal-Nationalpark und in die Steinwüste Agafay. Meiner Tochter gefiel dieser Ausflug sehr, weil wir an mehreren interessanten Stationen anhielten und es immer etwas zu sehen und zu tun gab: eine Arganöl-Produktion mit Verkostung, ein kleiner Souvenirstand am Straßenrand mit beeindruckenden Fossilien, köstliches gemeinsames Mittagsessen, bei dem sie sich mit zwei Mädchen anfreundete und die abwechslungsreiche Wanderung zu einem Wasserfall in den Bergen…

Auf dem Weg in die Steinwüste machte sie ein kleines Nickerchen im Bus und war dann wieder ausgeruht für ihr persönliches Highlight des Tages: Das Kamelreiten! Zuerst wurden alle ReiterInnen in traditionelle marokkanische Gewänder gekleidet. Danach gab es ein kurzes Fotoshooting, bei dem wohl das Kamelbaby der absolute Star war. Als meine Tochter in unserer Karawane dann noch ganz allein auf einem Kamel durch die Steinwüste reiten durfte, war ihr Glück perfekt. Dabei waren das Aufstehen und Niederlegen der großen Wüstenschiffe mit meinem Kind oben drauf wohl der größte Angstmoment für mich während der gesamten Reise.

Erfüllt von der besonderen Intensität der Farben, Gerüche und der traumhaften Landschaft kehrten wir abends in die Stadt zurück und bewunderten auf dem Weg zum Hotel noch das wilde Treiben auf dem Jemaa el-Fnaa.

Geschicklichkeitsspiel
Geschicklichkeitsspiel für Groß und Klein am Jemaa el-Fnaa

Wie es uns am zweiten Tag erging, lest ihr hier.

Marokko in drei Tagen

Germanja, Kurzurlaub in Marokko

Endlich hatte ich mal wieder die Gelegenheit für einen Kurzurlaub. Da ich es gern etwas abenteuerlich mag, aber nur drei Tage Zeit hatte, fiel meine Wahl auf Marokko. Nach einer angenehmen Nacht am Flughafen kam ich nach 4 Stunden Flugzeit in Marrakesch an.

1. Tag

Mit dem öffentlichen Bus Nummer 11 bin ich für 40 cent in die Stadt gefahren. Dort habe ich erstmal köstliche Tajine gegessen und frischen Organgensaft getrunken. Am Abend besuchte ich das älteste Hammam der Stadt, das Hammam Mouassine. Dort wurde ich wie von Mama gewaschen, ordentlich abgeschrubbt und massiert. Nach einem Spaziergang über den Jemaa el-Fnaa, den großen Marktplatz mit seinen Musikern und Geschichtenerzählern, ging ich früh zu Bett, da für den nächsten Tag ein Ausflug auf dem Programm stand.

Abendstimmung in Marrakesch
Abendstimmung auf dem Jemaa el-Fnaa, Marrakeschs berühmten Marktplatz

2. Tag

Für den zweiten Tag hatte ich eine Tour mit Art de cuivre in den Toubkal-Nationalpark gebucht. Der Guide Ibrahim und sein Fahrer Lassim erwarteten mich pünktlich am Jemaa el-Fnaa. Von dort ging es in einem Kleinbus hinauf in die Berge des Atlas-Gebirges. Zuvor führte uns Ibrahim auf den großen Markt eines kleines Ortes, der nur einmal pro Woche stattfindet. Dort konnte man vom Knoblauch bis zum Turnschuh wirklich alles kaufen.

Während der weiteren Fahrt hatten wir immer wieder schöne Ausblicke auf Bergdörfer und die unendliche Weite des Altasgebirges. Dann hieß es aussteigen und Ibrahim wanderte mit uns in ein Bergdorf, wo er uns auf dem Dach eines Privathauses frischen Minztee servierte. Mehr brauche ich nicht: Das Gefühl von Freiheit und einen echten Tee!

Anschließend ging es zu Fuß weiter zu einem wunderschönen Wasserfall, den ich ohne Führer niemals gefunden hätte. Zur Stärkung wanderten wir dann weiter zu einem Gasthaus, in dem wir ein typisches marokkanisches Mittagessen genießen konnten.

Zum Abschluss dieses gelungenen Tages und bei traumhaftem Sonnenuntergang durfte natürlich das übliche Kamelreiten nicht fehlen. Es war tatsächlich ein Erlebnis, auf diesen Wüstenschiffen mit der Sonne im Rücken durch die Einöde zu reiten.

3. Tag

Für den dritten Tag hatte ich eine Tour nach Essouira mit Great Travel Morocco gebucht, weil die Fahrt mit dem öffentlichen Bus nur wesentlich günstiger gewesen wäre. Ich habe mich also für ein bisschen Luxus entschieden! Diesmal wurde ich sogar im Hostel abgeholt und gemeinsam mit Reisenden aus aller Welt machte ich mich auf in eine Stadt, die ich vor zwanzig Jahren schon einmal besucht hatte.
Auf dem Weg dorthin besuchten wir eine Arganöl-Produktion, die wohl von einer Frauen-Kooperative geführt wird. Die Preise für die natürlich im Anschluss zu erwerbenden Produkte aus Arganöl oder Arganöl waren astronomisch hoch. Deshalb habe ich sie nicht dort, sondern später auf dem Markt in Essaouira viel günstiger gekauft.
Ebenso stoppten wir, wie wohl alle TouristInnen auf diesem Weg, an einem Ziegenbaum: Ziegen klettern auf Bäume, um deren Früchte zu fressen. Heute verdienen die Hirten vermutlich inzwischen mehr mit einer kleinen Spende für ein Foto mit ihren kletternden Ziegen als mit ihrer eigentlichen Arbeit. Aber das Ziegenbaby in meinen Armen war dann doch ganz süß.
Nach Ankunft in Essaouira versuchte ich, mir noch von damals bekannte Plätze wieder zu finden. Leider erfolglos. Stattdessen entdeckte ich sehr schöne kleine Läden mit Souvenirs und Dekowaren aller Art. Vor allem die schönen Holzarbeiten gefielen mir sehr.
Mit einem der Verkäufer kam ich näher ins Gespräch, weil er gerade per Buch Deutsch lernt, um seine KundInnen besser beraten zu können. Ich brachte ihm ein paar neue Wörter bei und er zeigte mir im Gegenzug, wo der Markt für die Einheimischen war. Denn genau dort fühle ich mich meist am wohlsten: unter den ganz normalen Menschen.
Dort fand ich dann auch ein paar tolle Kleinigkeiten, die ich als nützliche und tatsächlich verwendbare Andenken mit nach Hause nahm, z.B. drei Geschirrhandtücher 🙂 Danach genoss ich noch einige Zeit am Meer bis uns unser Fahrer Isamail wieder sicher zurück nach Marrakesch fuhr.

Natürlich war dieser Urlaub fiel zu kurz und hat mir Appetit auf viel mehr gemacht. Deshalb steht mein nächstes Urlaubsziel für einen längeren Aufenthalt bereits fest: mehr Berge und mehr Meer – in Marokko!