Weihnachten auf Mallorca

Weihnachten auf Mallorca

Jedes Jahr zu Weihnachten fliehe ich aus Mitteleuropa, weil ich die scheinheiligen Weihnachtsfeiern im angeblich so trauten Kreise der Familie nicht mag.

Dieses Jahr war es also Mallorca – schlichtweg weil die Flüge günstig waren. Mit Laudamotion kommt man schon für unverschämt wenig Geld auf die Insel.

Nach der Ankunft am Flughafen in Palma fuhr ich mit dem öffentlichen Bus bis ins Zentrum und machte mich dann zu Fuß und mit Googlemaps auf den Weg zum gebuchten Hostel. Palma machte an diesem Abend einen ruhigen Eindruck. Kaum Leute auf der Straße, aber die Weihnachtsbeleuchtung war beeindruckend und wunderschön. Im Y Hostel erwartete mich eine hölzerne Schlafkabine mit Lampe und Vorhang im Frauenschlafsaal. So war doch Privatsphäre möglich – für mich eine gute Lösung.

Am 24. Dezember ging ich nun auf Entdeckungsreise. Schließlich wollte ich ja wandern. Zuerst machte ich mich also auf zum Castell del Bellver – eine historische Festung auf einem kleineren Hügel Palmas. Schon dieser erste Ausblick war sehr eindrucksvoll: Bäume, Meer und der Hafen Palmas. Durch diesen ersten Erfolg ermutigt, schlug ich mich von dort durch die Wildnis bis zum Na Burguesa mit seiner Friedensmaria durch: ein Hügel mit einer goldenen Statue am Rande von Palma. Auf dem Weg dorthin genoss ich die Stille, die warme Sonne und die wirklich wilde Natur. Der Ausblick von diesem größeren Hügel auf Palma und das Meer entschädigte mich für den wirklich schweißtreibenden Aufstieg. Für den Rückweg wählte ich dann aus Bequemlichkeit doch den Bus und erkundete noch ein wenig das Stadtzentrum mit seinen imposanten Bauten und vielen deutschsprachigen TouristInnen.

 

Für den 25. Dezember hatte ich mich ganz spontan einer tollen Gemeinschaft der Facebook-Gruppe „Wandern Mallorca“ angeschlossen. Unser Wanderführer und seine Frau hatten nichts Geringeres als eine Drei-1000er-Gipfeltour geplant: Ofre, Franquesa und Rateta. Und genau so kam es dann auch! Im Auto ging es zum Cuber-Stausee, wo dann noch zwei weitere Wanderfreunde dazu stießen.   Gipfel für Gipfel erklommen wir gemeinsam und konnten dabei wundervolle Ausblicke genießen. Auf den kaum erkennbaren Pfaden, die nur durch kleine Steinhaufen markiert waren, begegnete uns fast niemand. Dafür sahen wir Ziegen, eine Kuh, Raubvögel und Geier. Für den regulären Abstieg des letzten Gipfels fehlte uns am Ende wohl allen die Geduld und so wählten wir eine waghalsige Route, bei der Gott sei Dank niemand verletzt wurde.

Diese Wanderung war definitiv das Highlight meines Kurzaufenthaltes in Mallorca. Strand habe ich übrigens keinen gesehen, sondern nur den großen Hafen mit unendlich vielen Booten.

Fazit: Das Wandern in der Natur Mallorcas ist sehr empfehlenswert! Und ohne ortskundige WanderführerIn wäre ich verloren gewesen.

Marokko in drei Tagen

Germanja, Kurzurlaub in Marokko

Endlich hatte ich mal wieder die Gelegenheit für einen Kurzurlaub. Da ich es gern etwas abenteuerlich mag, aber nur drei Tage Zeit hatte, fiel meine Wahl auf Marokko. Nach einer angenehmen Nacht am Flughafen kam ich nach 4 Stunden Flugzeit in Marrakesch an.

1. Tag

Mit dem öffentlichen Bus Nummer 11 bin ich für 40 cent in die Stadt gefahren. Dort habe ich erstmal köstliche Tajine gegessen und frischen Organgensaft getrunken. Am Abend besuchte ich das älteste Hammam der Stadt, das Hammam Mouassine. Dort wurde ich wie von Mama gewaschen, ordentlich abgeschrubbt und massiert. Nach einem Spaziergang über den Jemaa el-Fnaa, den großen Marktplatz mit seinen Musikern und Geschichtenerzählern, ging ich früh zu Bett, da für den nächsten Tag ein Ausflug auf dem Programm stand.

Abendstimmung in Marrakesch
Abendstimmung auf dem Jemaa el-Fnaa, Marrakeschs berühmten Marktplatz

2. Tag

Für den zweiten Tag hatte ich eine Tour mit Art de cuivre in den Toubkal-Nationalpark gebucht. Der Guide Ibrahim und sein Fahrer Lassim erwarteten mich pünktlich am Jemaa el-Fnaa. Von dort ging es in einem Kleinbus hinauf in die Berge des Atlas-Gebirges. Zuvor führte uns Ibrahim auf den großen Markt eines kleines Ortes, der nur einmal pro Woche stattfindet. Dort konnte man vom Knoblauch bis zum Turnschuh wirklich alles kaufen.

Während der weiteren Fahrt hatten wir immer wieder schöne Ausblicke auf Bergdörfer und die unendliche Weite des Altasgebirges. Dann hieß es aussteigen und Ibrahim wanderte mit uns in ein Bergdorf, wo er uns auf dem Dach eines Privathauses frischen Minztee servierte. Mehr brauche ich nicht: Das Gefühl von Freiheit und einen echten Tee!

Anschließend ging es zu Fuß weiter zu einem wunderschönen Wasserfall, den ich ohne Führer niemals gefunden hätte. Zur Stärkung wanderten wir dann weiter zu einem Gasthaus, in dem wir ein typisches marokkanisches Mittagessen genießen konnten.

Zum Abschluss dieses gelungenen Tages und bei traumhaftem Sonnenuntergang durfte natürlich das übliche Kamelreiten nicht fehlen. Es war tatsächlich ein Erlebnis, auf diesen Wüstenschiffen mit der Sonne im Rücken durch die Einöde zu reiten.

3. Tag

Für den dritten Tag hatte ich eine Tour nach Essouira mit Great Travel Morocco gebucht, weil die Fahrt mit dem öffentlichen Bus nur wesentlich günstiger gewesen wäre. Ich habe mich also für ein bisschen Luxus entschieden! Diesmal wurde ich sogar im Hostel abgeholt und gemeinsam mit Reisenden aus aller Welt machte ich mich auf in eine Stadt, die ich vor zwanzig Jahren schon einmal besucht hatte.
Auf dem Weg dorthin besuchten wir eine Arganöl-Produktion, die wohl von einer Frauen-Kooperative geführt wird. Die Preise für die natürlich im Anschluss zu erwerbenden Produkte aus Arganöl oder Arganöl waren astronomisch hoch. Deshalb habe ich sie nicht dort, sondern später auf dem Markt in Essaouira viel günstiger gekauft.
Ebenso stoppten wir, wie wohl alle TouristInnen auf diesem Weg, an einem Ziegenbaum: Ziegen klettern auf Bäume, um deren Früchte zu fressen. Heute verdienen die Hirten vermutlich inzwischen mehr mit einer kleinen Spende für ein Foto mit ihren kletternden Ziegen als mit ihrer eigentlichen Arbeit. Aber das Ziegenbaby in meinen Armen war dann doch ganz süß.
Nach Ankunft in Essaouira versuchte ich, mir noch von damals bekannte Plätze wieder zu finden. Leider erfolglos. Stattdessen entdeckte ich sehr schöne kleine Läden mit Souvenirs und Dekowaren aller Art. Vor allem die schönen Holzarbeiten gefielen mir sehr.
Mit einem der Verkäufer kam ich näher ins Gespräch, weil er gerade per Buch Deutsch lernt, um seine KundInnen besser beraten zu können. Ich brachte ihm ein paar neue Wörter bei und er zeigte mir im Gegenzug, wo der Markt für die Einheimischen war. Denn genau dort fühle ich mich meist am wohlsten: unter den ganz normalen Menschen.
Dort fand ich dann auch ein paar tolle Kleinigkeiten, die ich als nützliche und tatsächlich verwendbare Andenken mit nach Hause nahm, z.B. drei Geschirrhandtücher 🙂 Danach genoss ich noch einige Zeit am Meer bis uns unser Fahrer Isamail wieder sicher zurück nach Marrakesch fuhr.

Natürlich war dieser Urlaub fiel zu kurz und hat mir Appetit auf viel mehr gemacht. Deshalb steht mein nächstes Urlaubsziel für einen längeren Aufenthalt bereits fest: mehr Berge und mehr Meer – in Marokko!

Sommer daheim

Während andere den August nutzen, um die Welt zu bereisen, verbringe ich diesen Monat daheim. Das klingt nicht besonders spannend, ist es aber trotzdem! Irgendwie ist die Stadt ruhiger, die Uhren gehen langsamer und alles ist ein bisschen lockerer. Da gibt es Fahrradtouren, Wanderungen, Strandtage an der Donau, Lagerfeuer im Garten, erstes eigenes Gemüse aus dem Hinterhof. Unglaublich, wie schön es daheim ist. Dabei liegt die Schönheit wie so oft im Detail.

Urlaub in Oberösterreich

Eintauchen in die Natur

In Oberösterreich gibt es rund um Linz wunderschöne Natur. Sobald man aus dem Bus steigt, spürt man den Wechsel zwischen Stadt und Land. Es riecht anders! Statt Autos hört man Grillen zirpen und eine merkwürdige Ruhe. Beim genauen Hinschauen gibt es wunderbare Kleinigkeiten zu entdecken, vor allem mit Kindern. So ein paar Stunden in der echten Natur fühlen sich wie ein Kurzurlaub an. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Über das Reisen

Ich bin in der DDR aufgewachsen. Und obwohl Auslandsreisen damals nur in sozialistische Länder erlaubt waren, erinnere ich mich an Urlaube: an der Ostsee, in den Bergen. in Polen, Tschechien oder regelmäßige Ferienlager im Sommer.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands war meine Großmutter die Erste der Familie, die sich für das Reisen in bisher unbekannte Gegenden begeisterte. Es waren die klassischen Busreisen für SeniorInnen :-). Sie kam jedes Mal glücklich und erfüllt zurück.

Von ihr muss ich wohl diese Begeisterung fürs Reisen geerbt haben. Denn mit 14 oder 15 machte ich mich auf meine erste eigene Reise: Paris. Von da an begann ich vor allem Europa zu erkunden. Mit der Zeit wurde ich mutiger, und heute faszinieren mich vor allem Länder, deren Kultur sich sehr von der europäischen unterscheidet.

Ich freue mich sehr, die Eindrücke und Erlebnisse meiner Reisen in diesem Blog sichtbar zu machen.

“Lebe, reise, erlebe Abenteuer, preise und bereue nichts.”  Jack Kerouac