Istanbul im April – Teil 3

Nach der Tagestour auf den Uluudag war ich doch irgendwie zumindest ein wenig erschöpft und so nahm ich mir einen Hamambesuch vor. Auf Tripadvisor finden sich viele Empfehlungen und für jeden Geschmack das passende Hamam. Ich liebe vor allem einfache Hamams und nutze jede Gelegenheit für einen Besuch. Ich entschied mich diesmal für das Kadirga-Hamam. Auf dem Weg dorthin, machte ich zuerst noch einen PCR-Test um 25 Euro im Büro von Hop on Hop off, verlief mich dann und stand auf ein Mal ein einem Viertel, wo vermutlich alle Schuhe für den gesamten Erdball hergestellt werden. Schuhgeschäfte, Geschäfte für Sohlen, Geschäfte für Kordeln usw. Lagerhäuser, Männer die irgendwelche Schuhe aus- und neu verpackten, Schuhe, die hin und her transportiert wurden, Geschäfte für Leder, Werkstätten, in denen irgendwelche Maschinen zur Schuhproduktion standen und aus denen es chemisch roch… Ich war tief beeindruckt.

Leder und sämtliches Schuhzubehör in jedem Geschäft

Genuss ohne Ende

Und genau dort in diesem Viertel aß ich im kleinem Kösem-Imbiss das für mich beste Essen Istanbuls. Einfach, ehrlich, extrem günstig und unglaublich gut: türkische Linsensuppe mit selbstgemachten Brot, einen frischen Salat und dem obligatorischen Schwarztee. Und bedient wurde ich wie eine Prinzessin. Istanbul ist für mich seitdem die Stadt, in der jedes Essen ein Erlebnis und meistens ein Genuss ist. Nach dieser Stärkung fand ich nach einigem Hin und Her doch noch ins Kadirga-Hamam, dass ich an diesem Nachmittag ganz für mich allein hatte. Nach der traditionellen Behandlung mit Einseifen, Abschrubben, extra zartem Seifenschaum und Sauna legte ich mich im „Wohnzimmer“ des Hammams auf eine Liege am Ofen und schlief kurz darauf ein. Als ich wieder munter wurde, boten mit die beiden zuständigen Damen noch eine extra Ölmassage und eine besondere Gesichtsmaske an, die ich nicht mal selbst abwaschen durfte. Ich fühlte mich danach wie ein Baby, porentief rein und liebevoll gepflegt.

Restaurants, die öffentlichen Wohnzimmer

Als ich dann nach mehreren Stunden wieder nach draußen ins Treiben der Stadt trat, war mir das seltsam fremd. Ich schlenderte ziellos herum und entdeckte dann in der Näher der Hagia Sophia -Moschee ein Restaurant für TouristInnen mit bequemen Sofas. Dort machte ich es mir mit einem Buch bequem und verbrachte dort weitere Stunden. Die Bedienung forderte mich sogar auf, noch länger zu bleiben, weil es draußen ja so kalt und nass wäre. Also blieb ich. Ich las übrigens in Ohan Pamuks „Museum of Innocence“. Zu diesem Buch, dessen Geschichte in Istanbul spielt, gibt es sogar ein Museum, das schon auf meiner Liste für den nächsten Besuch steht.

Besser als jeder Film!

Irgendwann (ja, die Uhrzeit ist in Istanbul wirklich nebensächlich) fuhr ich dann zurück zum Taksim-Platz und bummelte dort noch durch die legendäre Einkaufsmeile. Als ich im Dunkeln ins Hostel zurückkehrte, erwarteten mich Hostelbesitzerin und ihre kleine Tochter ebenfalls im Dunkeln: Stromausfall. So saßen wir nun ohne Licht und Internet und warteten gemeinsam darauf, dass in der gesamten Straße der Strom wieder lief. Währenddessen sperrte sich eine andere Besucherin im WC ein und konnte die Tür nicht mehr aufschließen…ihre Rettungsaktion war ein weiteres zufälliges Abenteuer 🙂 Irgendwann ging das Licht wieder an, wir jubilierten gemeinsam und saßen noch einige Zeit beieinander um uns aus unseren verschiedenen Welten zu erzählen.

unvergessliche Momente im Green House Hostel!

Am nächsten Vormittag fuhr ich wieder mit dem HAVAIST-Bus zum Flughafen. Völlig unkompliziert. Und genauso erlebte ich Istanbul im April: unkompliziert, entspannt, freundlich und immer für ein kleines Abenteuer bereit.

Es war definitiv nicht mein letzter Besuch in dieser charmanten Metropole!

Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2 meines Istanbul-Besuches.

 

Istanbul im April – Teil 2

Für meinen zweiten Tag in Istanbul zeigte die Wetter-App Regen an. Und nichts finde ich schlimmer als Städte im Regen 🙁 Deshalb war ich sehr froh, als ich ganz kurzfristig über Hop On Hop Off Istanbul eine Tagestour (Gesamtpreis 150TL) auf den Berg „Uludag“ buchen konnte. Mit mir im Bus saßen dann vor allem arabischsprechende TouristInnen und ein freundlicher mehrsprachiger Reiseleiter. Auf unserer Tour überquerten mir auf einer Fähre das Marmarameer (sehr eindrucksvoll!) und hielten an mehreren Geschäften, die besondere türkische Spezialitäten verkauften. Für mich „nice to see“, aber nicht wirklich von großem Interesse.

Auf dem Weg zum Gipfel der Götter

Interessanter wurde es dann für mich beim Besuch des wohl sehr berühmten Grünen Mausoleums in Bursa. Die dortige Moschee durfte ich nicht betreten, da gerade Gottesdienst war. Weiter ging es zur Talstation der Seilbahn auf den Uludag. Für meine arabischen Mitreisenden war die nun folgende Fahrt zweifelsohne ein sehr besonderes Erlebnis, denn auf der Hälfte der Strecke verwandelte sich der Regen plötzlich in Schnee und wir waren wieder mitten in einer kompletten Winterlandschaft. Eigentlich wollte ich je Frühling :-)))).

Schnee und Spaß im April

Nach dem Mittagessen auf der ersten Bergstation bestand die Möglichkeit zur Fahrt mit dem Motorschlitten. Erst wollte ich mir das Ganze zur Anschauen, aber schlussendlich traute ich mich, einen jungen Mann aus unser Gruppe zu fragen und so fuhren wir zu zweit auf dem Motorschlitten gemeinsam mit den anderen durch eine atemberaubende Winterlandschaft. Auf der Hälfte der Strecke stoppten die Guides und es gab die Gelegenheit für ein strahlendes Fotoshooting mitten im Schnee. Auf dem Rückweg ließ mich mein Begleiter den Motorschlitten fahre….und ich war schnell…sehr schnell…ich hatte so richtig Spaß. Definitiv habe ich dort ein neues Hobby für ich gefunden!

Auf dem Gipfel des Uludag

Um auf den Gipfel des Uludag zu fahren, gab es eine weitere Seilbahn (50TL). Doch statt Gondeln erwartete mich ein Sessellift! Anfangs war noch alles aufregend und schön, aber je höher der Sessellift fuhr, um so mehr fror ich in meiner dünnen Frühlingsjacke, weil ich Schnee und Wind gnadenlos ausgesetzt war. Nach dieser ungefähr 15-minütigen Eisfahrt stolperte ich überglücklich in das kleine Café direkt am Gipfel. Gott sei Dank haben die Türk:innen wirklich überall ein Café oder einen Imbiss! Hier am Gipfel sogar mit offenem Feuer. Dort bestellte ich das heißeste was es gab „Menemen“ – eine türkische Eierspeise und heißen Kakao.

Aber irgendwann musste ich auch wieder mit dem Sessellift nach unten und davor graute mir. Der etwas ältere Herr an der Theke verstand mein Händereiben als Bitte nach Handreinigung und spritzte mir großzügig etwas Kölnisch Wasser, offenbar ein must have in der Türkei, in die Hände. Also gut, dann rochen meine kalten Hände wenigstens gut. Und irgendwie habe ich es dann tatsächlich wieder mit dem Sessellift durch Schnee und Wind nach unten geschafft. Definitiv ein Erlebnis!

Auf dem Rückweg nach Istanbul hielten wir noch an zwei weiteren Geschäften, eins für Honig und eins für (ich kann mich nicht mehr erinnern :)) bis wir dann am späten Abend wieder am Taksim-Platz ankamen. Während der gesamten Tour kam ich immer Mal wieder mit anderen Reisenden ins Gespräch. Sehr freundlich, sehr entspannt und sehr offen. Das passiert mir vor allem dann, wenn ich allein reise.

Was ich an meinem dritten Tag in Istanbul so alles erlebte, lest ihr hier.

Istanbul im April – Teil 1

Bei meinem letzten Besuch in Istanbul vor ein paar Jahren war es sommerlich heiß und irgendwie hatte ich damals zu viele unangenehme Erfahrungen gemacht, z.B. ein gebuchtes Zimmer, das in Wirklichkeit ein Kellerloch war. Deshalb brauchte ich jetzt wirklich einige Zeit, bis ich dieser Metropole auf zwei Kontinenten wieder eine Chance gab.

Einreisebestimmungen

Und eigentlich hätten die Reisebestimmungen (PRC-Test vor Einreise und vor der Abreise) mich abschrecken müssen, aber mein Fernweh war schlussendlich größer. Neben dem PCR-Testergebnis musste ich bei der Einreise auch den HES-Code vorlegen. Diesen Code erhält man zum Beispiel hier oder direkt über ein Online-Formular bei der eigenen Fluggesellschaft.

Während in Deutschland und Österreich alle Hotels geschlossen sind, konnte ich problemlos ein Bett im Taksim Hostel Green House buchen, dass sehr zentral in einer ruhigen Seitenstraße unweit vom Taksim-Platz liegt.

Flughafentransfer

Vom neugebauten Flughafen Istanbul fuhr ich mit der HAVAIST-Buslinie Nummer 14 in 90 Minuten um 30 türkische Lira (3 Euro) zum Taksim-Platz. Das Ticket dazu kaufte ich direkt beim Bushäuschen am Flughafen. Der Bus stand schon in der Parkbucht 14 zur Abfahrt bereit. Vom Flughafen in die Stadt zu kommen, war also deutlich unkomplizierter als ich mir gedacht hatte.

Im Flugzeug, im Flughafen, im Bus, überall sonst im Freien und in den Geschäften trugen alle Menschen Masken, sehr sehr konsequent.

Öffentliche Verkehrsmittel in Instabul

Am nächsten Morgen wollte ich die Promenade am Marmarameer erkunden, weil ich das Meeresrauschen, Sonne und Strand schon viel zu lange vermisste. Zum Glück hatte ich vom letzten Besuch noch meine Istanbul-Card für die Metro, die ich nur wieder mit etwas Kleingeld aufladen auflud. Doch beim Durchqueren der Ticketschranke in der Metrostation am Taksim-Platz erschienen dann nur weiße Buchstaben auf rotem Hintergrund, als ich meine Karte auf das Lesegerät legte. Ich fragte auf Englisch einen Mitarbeiter vom Service, der mir nur mit „HES-Code. Office“ den Weg zurück nach oben wies. Dort oben fand ich ein Büro der Metro-Gesellschaft, vor dem viele Menschen anstanden, die vermutlich genau das gleiche wollten wie ich. Schon abenteuerlich, oder? Oft sind es für mich die Kleinigkeiten, die zu neuen Erfahrungen führen. Im Endeffekt musste ich meinen Pass, den HES-Code und die Istanbul-Card vorlegen und eine Mitarbeiterin verband dann alles irgendwie miteinander und von da an konnte ich die öffentlichen Verkehrsmittel in Istanbul problemlos benutzen.

Stichwort: Internet

Da ich mein österreichisches Datenvolumen außerhalb Europas nicht benutzen kann, stand ich in Istanbul meist ohne Internet da. Sehr unpraktisch, wenn frau die Orientierung verliert und nicht mehr weiß, wo sie ist 🙂 Aber an einigen Haltestellen der Metro oder Straßenbahn, gibt es ein öffentliches Netz. Good to know, wenn frau sich wiedermal verirrt 🙂

Spaziergang am Meer 🙂

Aber nun zum wirlich lohnenswerten Spaziergang am Ufer des Marmarameeres: Man nehme den Schnellzug „Marmaray“ und steige an der Haltestelle „Feneryolu“. Dort bummelte ich dann durch eine ruhige Wohngegend in Richtung Meer und erhoffte mir etwas Strand- und Urlaubsfeeling. Was ich jedoch fand, war eine langgezogene Parkanlage, in der Einheimische joggten, Schach spielten, Zeitung lasen oder Fitness machten. Auch nicht schlecht! Im Gegenteil! Hier ist die Stadt offenbar in den Händen der Einheimischen. Nur ein kurzes Stück wenig einladender Stadtstrand mit einem Gebiss neben Steinen und Muscheln entdeckte ich. 🙂 Doch dieser Spaziergang war unheimlich wohltuend, weil er so normal und unspektakulär war, zutrauliche Katzen inklusive.

Istanbul ist in meinen Augen sowieso die Hauptstadt der Katzen. Sie sind überall zu finden und werden auch von den BewohnerInnen der Stadt mit Wasser und Futter versorgt.

 Dort an der Promenade genoss ich zum ersten Mal seit Monaten wieder einen Kakao in einem Kaffeehaus. Erst da merkte ich, wie sehr mir diese Café- und Restaurantbesuche fehlen. So etwas Einfaches, das früher selbstverständlich war, freute mich jetzt riesig. Die parallel zur Promenade verlaufende Bagdad Street bietet zudem auch einige Geschäfte, in denen ich entspannt einige Kleinigkeiten für meine Kinder einkaufte.

Irgendwie, ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern, kam ich dann am späten Nachmittag bei der Haltestelle „Bostanci“ an. Dort treffen sich der Marmaray-Schnellzug, die Fähren über den Bosporus und Fischrestaurants aller Art. Ich vermute, ich habe dort ganz frischen Fisch in einem kleinen Restaurant mit Blick aufs Meer gegessen. Sehr lecker war er jedenfalls :-).

Istanbul bei Nacht

Statt mit dem Marmaray zurück zum Taksim-Platz zufahren, entschied ich mich für die Fähre, die man genauso einfach mit der Istanbul-Card benutzen kann. Aber irgendwie war diese letzte Fähre wohl das, was man bei mir daheim den „Lumpensammler“ nennt: Sie fuhr einen riesigen Umweg, steuerte mehrere Haltestellen, sogar auf mindestens einer Insel, an, bis sie nach circa zwei Stunden in Kabatas ankam. Von Kabatas ging dann eine wohl irgendwie besondere U-Bahn ohne Stopp direkt zum Taksim-Platz. Wer Istanbul bei Nacht erleben will, sollte sich diese magische Fahrt nicht entgehen lassen! Woanders würden Touristen dafür viel Geld auf den Tisch legen müssen und hier in dieser Metropole zwischen den Welten ist es einfach günstiger Service!

 

Das Wort „irgendwie“ beschreibt meine Erfahrungen in Istanbul sehr gut: Es ist nicht alles vorhersehbar und planbar. Ereignisse ergeben sich irgendwie. Erfahrungen sind mir irgendwie widerfahren. Irgendwo bin ich immer angekommen Etwas Unangenehmes ist mir jedoch nie passiert. Im Gegenteil: Ich habe die Einheimischen in Istanbul als ruhig, sehr höflich und freundlich erlebt.

Warum ich am zweiten Tag meiner Istanbul-Reise in ein Schneetreiben geriet, lest ihr hier.

Marokko verführt – Teil 2

Hier nun Teil 2 meiner unglaublich lebendigen Marokkoreise mit Ibrahim von Marrakech4tours. Auf seiner Facebookseite findet ihr übrigens noch mehr Fotos von mir:-)

An der Küste entlang

Der vierte Tag sollte uns an der Küste entlang in die Hafenstadt Essaouira führen, in die ich mich schon damals bei meinem ersten Besuch vor mehr als 20 Jahren verliebte. Doch unterwegs entdeckten wir am Straßenrand menschleere Strände, raue Klippen und eine kleine Sandwüste. Klar, dass wir da nicht einfach weiterfuhren, sondern auf Entdeckungstour gingen. Offenbar machte das nicht nur mir, sondern auch meinen beiden Begleitern Spaß. In Essaouira war dann wegen Corona kein preisgünstiges Hotel zu finden, das geöffnet war. Deshalb ließen Irahim&Ibrahim ihre Kontakte spielen und so kamen wir für eine Nacht in einer Wohnung unter. Für mich war das auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich, aber inzwischen kannte ich meine Begleiter schon gut genug und vertraute ihnen. Und natürlich haben wir in einer der kleinen Imbissstuben in der Medina Fisch gegessen: für jeden einen Teller mit vielen frittierten Stücken und dazu ein Schälchen mit Tomatensauße. Lecker!

Essaouira – Perle am Meer

Am vorletzten Tag meines Urlaubs, zumindest war es so geplant :-), gingen wir auf Shoppingtour in Essaouira. Wir kauften Geschenke für Ibrahims Familie, die mich so großzügig eingeladen hatte, außerdem für mich Oliven, Gewürze und kleine Schmuckstücke aus Thujaholz, das seinen ganz eigenen Geruch hat. Danach besuchten wir den Hafen, wo Fische, Schnecken und allerlei anderes Meeresgetier verkauft wird. Wir aßen auf dem Fischmarkt ein Himbeereis – was für eine Verwirrung der Sinne.! An den Klippen vor der Stadtmauer fanden wir auch noch kleine Muscheln und Schneckenhäuser.

Auf dem Rückweg nach Marrakech

sollten wir unbedingt noch Ibrahims Schwester besuchen, die uns zum Abendessen eingeladen hatte. Doch wir hatten unsere liebe Not in der Dunkelheit die richtige Ortschaft zu finden und plötzlich blieb auch noch das Auto stehen! Nach einem kurzen Anruf tauchten Ibrahims Schwager und ein Mechaniker auf, und so versuchten vier Männer meine Sänfte wieder in Gang zu bringen. Damit ich nicht zu lange warten musste, wurde ich schon Mal ins Haus der Schwester gebracht. Nach kurzer Zeit kamen die anderen nach und wir wurden mit verschiedensten Vorspeisen verwöhnt, die ich bereits für den Hauptgang hielt. Auch hier gab es zum Abschluss wieder Äpfel, Bananen, Granatäpfel, Tee und die Einladung, doch bei ihnen zu übernachten. Und so verbrachte ich diese Nacht nach einer wohltuenden Dusche bei einer Berberfamilie im Kinderzimmer, während die Männer im Salon schliefen.

Wenn Marrakesch dich nicht gehen lässt

Obwohl wir am nächsten Morgen rechtzeitig, und an dieser Tatsache rütteln wir auch nicht, zum Flughafen kamen, durfte ich nicht mehr einchecken, weil ich zu spät war und so musste ich erleben, dass mein Flugzeug ohne mich abflog 🙂 Offenbar wollte mich Marrakesch noch dabehalten. Also buchte ich nach einigem Suchen einen Rückflug für den nächsten Tag und wurde von meinen Begleitern im Hotel Charaf untergebracht: einfach, günstig und wohl eher für Einheimische, aber sehr sauber und zentral gelegen. Ich nutzte den zusätzlichen Tag für kleinere Einkäufe – auch nicht schlecht. Wenigstens bleibe ich so spontan und flexibel:-) Den unverhofft zusätzlichen Tag feierten meine Begleiter und ich mit einem Fotoshooting in Marrakech und einem fröhlichen Abend in einem der vielen Straßencafés. Beim Rückflug am nächsten Tag war ich zwar rechtzeitig da, aber mein Herz widersprach heftig.

Selten hat mich das Ende eines Urlaubs und die Heimreise so sehr geschmerzt wie dieses Mal. So viel Schönheit der Natur, so viel Herzlichkeit, Ehrlichkeit und Respekt der Menschen habe ich noch selten erlebt. Wer noch mehr Fotos sehen mag, der darf hier gerne abonnieren und liken. Und natürlich freut sich Ibrahim auf BesucherInnen, die sein Heimatland Marokko gern abseits der üblichen Pfade kennenlernen möchten.

zurück zu Teil 1

Marokko verführt! Teil 1

Für viele gilt Marrakesch als Stadt aus 1001 Nacht. Bis ins Jahr 2020 wagten auch immer mehr TouristInnen einen Urlaub in dieser pulsierenden Stadt. Dann kam Corona und die TouristInnen blieben aus – ein ganzer Einkommenszweig stand still. Und dennoch oder gerade deshalb flog ich im November für eine Woche nach Markokko – als Frau – allein.

Voraussetzung für die Einreise

war ein negativer Coronatest und meine Bereitschaft, auf dem Hinweg in Mailand ein Mal den Flieger zu wechseln. Am Flughafen holte mich Ibrahim Ait Tamarit ab, der mit Marrakech4tours authentische Tagestouren und Ausflüge anbietet. Er hatte mich vorab zu einem Ausflug in seinen Heimatort Imlil eingeladen, doch was ich dann erlebte, war die beste Woche meines Lebens! Denn Ibrahim stammt aus dem Volk der Berber und zeigte mir in den nächsten Tagen, was Gastfreundschaft und Herzlichkeit sind.

Nach einer kurzen Pause im Hotel machte ich einen Bummel in der Medina und ließ mich von einem freundlichen Burschen zu einem traditionellen Hamam führen, in dem ich dann ausgiebig gewaschen wurde – genau das Richtige nach einem langen Flug! Die erste Nacht verbrachte ich im Hotel Riad in einer ruhigen Nebenstraße des großes Djema el Fna, dass sich sehr gut als Ausgangspunkt für Stadtbummel und Ausflüge eignet.

Am nächsten Morgen

fuhr ich mit Ibrahim in die Berge des Atlasgebirges. Wir besuchten einen traditionellen Markt, auf dem alles gekauft und verkauft wird und zu dem Menschen aus der Umgebung mit Bussen, Mopeds und Eseln – den Ferraris der Berber anreisen. Wir kauften frisches Obst, denn ich war bei seiner Familie zum Mittagessen eingeladen. Die ganze Familie freute sich ehrlich über meinen Besuch und empfing mich sehr herzlich. Ich durfte sehen, wie gekocht wird und ein herrliches Essen mit Couscous, Vor- und Nachspeise genießen. Verständigt haben wir uns sehr lustig mit Händen und Füßen und Ibrahims Dolmetschkünsten.

Am Abend brachte mich Ibrahim ins Hotel Soleil in Imlil und zeigte mir bei einem kurzen Spaziergang seinen Heimatort, der Ausgangspunkt für viele Bergtouren ist. Und auch wir starteten am nächsten Morgen nach einem tollen Frühstück zu einer abwechslungsreichen Wanderung durch die angrenzenden Berge. Besonders beeindruckend waren für mich die endlose Weite und die herrliche Stille. Nichts und niemand war zu sehen oder zu hören. Beim Abstieg kamen wir an einem Fußballplatz mitten im Nichts vorbei und machten ein herrliches Picknick am Wasserfall. Guten Tee bekommt man wirklich überall!

Nach dieser Wanderung

war ich schon mehr als zufrieden, doch Ibrahim hatte sich eine Rundreise für mich ausgedacht und noch seinen besten Freund, auch Ibrahim :-), dazu eingeladen. Und so starteten wir früh am nächsten Morgen zu dritt zu einer Fahrt durch die Berge mit Agadir als Ziel. Während der Fahrt unterhielten wir uns über Gott und die Welt und hatten viel Spaß miteinander. Ich machte viel zu viele Fotos und war unterwegs immer wieder eine Attraktion für die Männer, die in den Cafés und Restaurants große Augen bekamen, wenn ich dort als einzige Frau auftauchte :-), Ziemlich erschöpft kamen wir abends in Agadir an, wo ich nach einem kurzen Spaziergang an der Promenade und einer nächtlichen Schwimmrunde im Pool des Kamal Hotel übernachtete.

Was noch geschah, lest ihr in Teil 2.

Malta und Gozo im September

Es war mal wieder dringend an der Zeit, Österreich den Rücken zuzukehren und vor den kalten und nassen Tagen noch etwas Sonne und Meer zu genießen.

Viel Zeit hatte ich leider nicht, daher fiel meine Wahl nach kurzer Suche auf Skyscanner auf Malta. Gott sei Dank gab es wegen Corona keine Einreisebeschränkungen und ich musste bei der Einreise nur zwei Formulare ausfüllen. Während des Fluges, der von Wien etwas mehr als zwei Stunden dauert, hatte ich auf dem Hin- und Rückweg jeweils eine ganze Sitzreihe für mich, so dass sogar ein Schläfchen drin war.

 

Malta und Meer

Vom Flughafen kam ich mit dem öffentlichen Bus für 2 Euro nach San Julians zum Marco Polo Party Hostel. Das Transportsystem ist in Malta generell sehr gut ausgebaut und ich bin öffentlich überall, sogar bis direkt an den Strand, sehr gut hingefahren. Google Maps oder die lokale App Tallinja zeigen die Verbindungen sehr zuverlässig an.

Während der Fahrt zum Hostel ging es beständig durch Stadtgebiete,  die alle miteinander extrem verbaut sind: Beton an Beton, große hässliche Gebäude – definitiv keine Orte, an denen ich leben möchte.

Deshalb machte ich mich am folgenden Tag auf den Weg in die Natur. Ohne Umsteigen fuhr ich mit dem Bus zum Strand Ir-Ramla tal-Mixququa und frühstückte dort mit Meerblick. Auf wunderschönen kleinen Pfaden und abwechslungsreichen Kletterwegen an der Küste entlang, wanderte ich dann den ganzen Tag weiter: zum „Ghajn Tuffieha“ Strand, an tollen Felsformationen und Klippen aus Lehm entlang zur „Qarraba Bay„. Von dort über eine winzige Landzunge aus Stein und über sandige Hügel zum „Gnejna Bay“ Strand. Natürlich war ich zwischendrin immer wieder auch schwimmen :-). Am letzten Strand nahm ich dann wieder den Bus zurück nach San Julians, wo ich dann auf der Dachterasse des Hostels noch einen entspannten Abend verbrachte.

Eine Wanderung an vier Stränden entlang, mit ausgiebigem Schwimmen und tollen Ausblicken war genau nach meinem Geschmack!

Tagesauflug auf die Nachbarinsel Gozo

Irgendwie kam ich während meines Kurztrips mit mehreren älteren Männern ins Gespräch. Ein bisschen merkwürdig, aber sehr nett. Einer der Herren empfahl mir den Besuch der Insel Gozo, weil sie ruhig und schön wäre. Da habe ich doch glatt auf einen männlichen Rat gehört und bin am nächsten Morgen mit dem Bus direkt vom Hostel bis zum Hafengebäude in Cirkewwa gefahren. Dort konnte ich schon nach kurzer Wartezeit in die nächste Fähre einsteigen und bei der halbstündigen Überfahrt genüsslich frühstücken.  Das Ticket kostete knapp 5 Euro und musste erst bei der Rückfahrt gezahlt werden.

Auf Gozo kam ich dann im Hafen von Mgarr an und fuhr mit dem Bus über Victoria nach Xwejni an die Küste.

Auf Gozo waren die Straßen tatsächlich viel enger und immer wieder konnte ich schöne Gebäude in traditionellem Baustil entdecken.

Auch auf Gozo genoss ich wieder Sonne und Meer und wanderte an der Küste entlang. Dabei entdeckte ich die traditionelle Art der Salzgewinnung aus Meerwasser und kam auch noch mit einer Frau ins Gespräch, deren Familie in den Sommermonaten dort tatsächlich mit der Salzgewinnung beschäftigt ist und es auch verkauft.

Diese Wasserbecken mit der Vorstellung der geduldigen Salzgewinnung haben mich schon sehr beeindruckt.

Als es langsam dunkel wurde, machte ich mich auf den Rückweg und kam abends im Hostel noch mit ein paar Frauen ins Gespräch, bei dem wir unsere Erfahrungen mit Männern teilten 🙂

Am nächsten Morgen nahm ich dann bereits um 5:13 Uhr den ersten Bus in Richtung Flughafen, den ich dann leicht gestresst mit einmal Umsteigen pünktlich erreichte.

Mein Fazit zu Malta und Gozo: nette Leute,  super Busverbindungen, tolle Strände und Küste – aber total verbaute Städte. Deshalb gibts von denen auch keine Fotos hier.

Griechenland im Juni

Lange habe ich gezittert, ob ich meine zwei Wochen Jahresurlaub in Österreich oder doch im Ausland verbringen können werde. Also habe ich aufmerksam die Nachrichten und die Abflugpläne des Wiener Flughafens studiert und mich dann für einen Urlaub in Griechenland entschieden. Bei der Ankunft am Flughafen in Athen musste ich wie alle anderen Passagiere einen Coronatest abgeben. Danach wurden wir unter Sicherheitsvorkehrungen in ein Hotel in der griechischen Hauptstadt gebracht, wo ich circa 20 Stunden auf mein Testergebnis (Gott sei Dank „negativ“) gewartet habe.
Danach konnte ich doch noch in dem von mir vorab gebuchten Pella Inn Hostel mit toller Dachterasse einchecken, in dem ich das Frauenzimmer mit Blick auf die Akropolis ganz für mich allein hatte. Corona hat auch Vorteile!

Athen – Großstadt mit Charme und Geschichte

Meine Zeit in Athen nutzte ich, um die Altstadt, die Nachbarschaft meines Hostels und die Akropolis zu erkunden. Die eindrucksvolle Akropolis, bei der ich Schildkröten und viele Streunerkatzen entdeckte, ist wohl das größte Steintetris der Welt :-). Corona sei Dank war ich dort fast allein auf dem Gelände.

Die Akropolis bei Vollmond von der Dachterasse des Pella Inn Hostels fotografiert

Die Insel Lesbos

Am folgenden Abend fuhr ich mit der Fähre auf die 12h entfernte Insel Lesbos. Das Ticket dafür hatte ich in einem der vielen Verkaufstellen in der Stadt gekauft. Details für Routen, Ticketpreise und Online-Buchungen sind hier möglich. Die Überfahrt war sehr entspannt. Da nur wenige Passagiere an Bord waren,  konnte ich mich auf  einem Sofa ausstrecken und kam am nächsten Morgen halbwegs ausgeschlafen in der Hafenstadt Mytilini auf der Insel Lesbos an.
Mytilini ist übersichtlich und eine schöne Promenade lädt zum Bummeln und Fischessen ein.
Dort war ich jedoch nicht zum Vergnügen, sondern ich besuchte Menschen, die im gefährlichsten Flüchtlingslager überleben müssen, um mit ihnen ein Interview zu machen, dass ihr hier nachhören könnt.

Schande Europas - Lager Moria für Kriegsflüchtlinge

Nachdem ich gesehen hatte, welch unerträgliches Leid auf der Insel Lesbos zu Hause ist, konnte ich die offensichtlichen Schönheiten der Insel einfach nicht genießen und bin nach drei Nächten wieder abgereist. Denn ich kann mich nicht an einem Ort erholen, wenn ich weiß, dass dort Menschen leiden und sogar sterben. Also ging es mit der Fähre zurück nach Athen. Mein nächstes Ziel war die kleine und grüne Insel Alonnisos – der Weg dorthin dauerte länger – aber er hat sich gelohnt.

Die grüne Insel Alonnisos

Um die Fähre zur Insel zu erreichen, fuhr ich mit dem Überlandbus von KTEL in die vier Stunden entfernte Hafenstadt Volos, die auch einen Stadtstrand und viele Tavernen direkt am Meer zu bieten hat. Nach einer Übernachtung im Hotel nahm ich am nächsten Morgen die Fähre nach Allonisos, die auf ihrem Weg an wunderschönen unbewohnten Inseln vorbeifährt und noch an zwei weiteren Insel stoppt, bevor sie nach ungefähr vier Stunden am Hafen des kleinen Ortes Patitiri anlegt.

Dort genoss ich vier stilvolle Nächte im Hotel Liadromia und unterhielt mich auf der wunderschönen Dachterasse mit der herzlichen Eigentümerin Maria. Tagsüber lag ich am Strand, schwamm im türkisblauen Meer, wanderte zum alten Dorf und an den Klippen entlang. Jeden Abend tauschte ich mein Geld gegen ein köstliches Essen in einer der verschiedenen Tavernen am Hafen. Besonders gut war das Essen im Restaurant Ostria.

Besonders beeindruckend war das türkisblaue und glasklare Wasser rings um die Insel. Es war heißes Badewetter und so dufteten die Pinien sehr intensiv. Noch waren keine Touristen auf der Insel und so teilte ich mir den Strand mit den Einheimischen. Das war richtiger Urlaub! Gerne hätte ich noch weitere Wanderungen auf der Insel unternommen, aber meine Zeit war um.

Auf meinem langen Weg zurück zum Flughafen Athen legte ich wieder eine Übernachtung in Volos ein und konnte sogar noch das Hammam Polis (Note 2, besser ist dieses hier) ausprobieren, bevor ein halbleeres Flugzeug mich wieder müde und gesund zurück nach Wien brachte.

Hast du Fragen? Brauchst du mehr Infos? Schreib einfach in die Kommentare!

Familienwanderung im Mai

Panorama am Traunsee

An einem schönen Samstag im Mai konnte ich einen Gutschein meiner Kinder einlösen, dass sie an einem sonnigen Tag mit mir auf einen Berg gehen. Mühsam ausverhandelt hatten wir, dass wir bei Regenwetter umkehren. Geplant hatte ich eine Wanderung auf den großen Sonnstein am Traunsee. Deshalb stiegen wir in Traunkirchen Bahnhof aus dem Zug, aber irgendwie war das die falsche Bahnstation ausgestiegen und der Weg zum Sonnstein viel zu weit.

Der Weg ist das Ziel

Der freundliche Schaffner an derr Bahnstation empfahl uns stattdessen den Weg zur Hochsteinalm, der gleich nach der Eisenbahnunterführung mit einer Stiege durch die Wiese begann und mit 2,5h Wegzeig ausgeschildert ist.

Über Wiesenwege Straßen und an Viehweiden entlang wanderten wir so langsam unserem Ziel entgegen. Unterwegs entdeckten wir Walderdbeeren, Pferde und Schafe. Insgesamt kam uns der Weg ganz schön lang vor. Wer mit dem Auto fährt kann ein ganzes Stück abkürzen ziemlich weit bis zur Alm hochfahren. Kurz nach dem Parkplatz können sich Wanderer für zwei Gehvarianten entscheiden: Entweder der leichte aber langweilige Forstweg, der auch mit dem Kinderwagen zu schaffen ist, oder ein richtiger Wanderweg vorbei am Bach und mitten durch den Wald.

Tiere am Weg als Garant für glückliche Kinder

Irgendwann traten auch wir dann wieder aus dem Wald heraus und sahen die Hochsteinalm in der Ferne. Auf dem letzten Wegstück gings an zahlreichen Tieren vorbei: Yaks mit Jungtieren, Pferde, Esel und sogar zwei Stachelschweine.

Auf der Hochsteinalm setzten wir uns an einen Tisch auf der Terasse und hatten bei Cola und Kuchen einen wunderbaren Ausblick, der zumindest mich für die Mühe des Weges belohnte. Ich konnte auch Beschilderungen für weitere Wanderwege in andere Richtungen entdecken. Fürs nächste Mal?

Merkwürdigerweise  haben wir für den Rückweg dann viel weniger Zeit gebraucht und waren tatsächlich glücklich, als wir dann erschöpft und müde im Zug zurück nach Linz saßen.

Inzwischen ist einige Zeit vergangen und die Kinder vergessen die Mühen des Weges langsam. Hoffentlich kann ich bald wieder eine Wanderungen mit ihnen planen. Gerne würde ich mit ihnen zum Alberfeldkogel gehen, Seilbahn inklusive.

Hast du schon ähnliche Erfahrungen bei Wanderungen mit Kindern gemacht? Schreib doch dazu in die Kommentare!

Corona-Wanderung am Linzer Stadtrand

wunderschönes Herz aus Moos

Seit einer Woche gelten nun in ganz Österreich Ausgangbeschränkungen. So ganz unglücklich bin ich darüber nicht, weil sich endlich mein tägliches Leben entschleunigt und ich Zeit für eine Wanderung hatte. Da keine weite Ausflüge erlaubt sind, ging es diesmal an den Stadtrand von Linz.

Von den vielen Stadtwanderwegen rund um Linz entschied ich mich für den Weg zum angeblich letzten Schienenstück der ehemaligen Pferdeeisenbahn – ein wichtiger Transportweg zwischen Linz und Böhmen. Ausgangspunkt war eine unscheinbare Straßenbahnhaltestelle etwas außerhalb des Zentrums, an der ich noch nie ausgestiegen war. Gott sei Dank entdeckte ich schon bald eine offizielle Beschilderung des Wanderweges, sonst hätte ich den Eingang in dieses versteckte Paradies wohl nie gefunden: ein Wohngebiet mündet in einen kleinen Spielplatz, wo dann der Wald beginnt.

Frühlingszeit – schönste Zeit

Ein Wald, der jetzt im März von unzähligen weißen Blüten des Buschwindröschens übersät ist. Noch nie habe ich den Frühling als so wunderschöne Jahreszeit erlebt. Dazwischen wuchsen die ersten Wildkräuter und Bärlauch. Beides habe ich gehamstert, um mir später daheim ultimatives Corona-Food zuzubereiten.

Am schönsten fand ich auf dem Weg, der sich immer weiter durch den Wald schlängelte, den kleinen Bach daneben mit seinem Plätschern und kleinen Wasserfällen. Nach 2-3 Tagen freiwilliger Quarantäne war das traumhaft. Auch mein kleiner Hund „Snoopy“, ein stets treuer Begleiter, genoss den erdigen Weg und ging auf Entdeckungstour.

Pferdeeisenbahn – von wegen!

Irgendwann ging es dann auf einer kleinen Landstraße weiter bis zu einem Gasthof mit Wildgehege, der brav geschlossen war. Von dort wieder durch den Wald mit Wasserlauf auf manchen Strecken und dann war ich plötzlich wieder im Stadtgebiet, aber noch keine Schienen der Pferdeeisenbahn in Sicht. Merkwürdig. Dennoch machte ich mich munter weiter auf den Weg. Durch Siedlungen und an Kleingärten vorbei kam ich dann endlich zum ersehnten Ziel. Doch dort wartete nur ein „Modell“ von einem Schienenstück und eine Infotafel zur Pferdeeisenbahn. Welche Enttäuschung! Absichtlich poste ich hier kein Foto davon – Strafe muss sein.

Da ich nun irgendwie zurück zu einer Straßenbahnhaltestelle musste, ging ich weiter bis ein Weg steil bergab führte, ohne Beschilderung – also ganz nach meinem Geschmack 🙂 Am Ende kam ich auf dem Geländer der Johannes Keppler Universität an und musste mir tatsächlich mit GoogleMaps den Weg zur nächsten Haltestelle suchen.

In diesem Sinne wünsche ich euch in dieser Zeit viele wunderbare Überraschungen in eurer Nähe. <3

Zu Besuch im Spa „Ô Bain de Lina“ in Marrakesch

O Bain de Lina Marrakech

Inzwischen bin ich eine echte Hamam-Liebhaberin geworden. Deshalb habe ich mich sehr über die Einladung vom Spa „Ô Bain de Lina“ in Marrakesch gefreut, ihr Hamam auszuprobieren und darüber zu schreiben. Als ich also Ende Februar kaputt vom Flug in Marrakesch ankam, brauchte ich dringend etwas Entspannung und machte mich auf den Weg dorthin.

Mit dem Bus Nr. 5 fuhr ich für 4 Dirham vom Jemaa el-Fnaa zur Haltestelle „Grand Poste“. Dort in der Nähe befinden sich noch einige europäische Geschäfte und ein kleines Einkaufszentrum. Das Spa „Ô Bain de Lina“ liegt nur ein paar Meter von der Bushaltestelle entfernt. Ein großes Schild am Straßenrand zeigt dessen Eingang in ein eher unauffälliges Wohnhaus. Dort gelangt man im Erdgeschoss über einen Weg mit Kerzen und Rosenblättern ins Spa. Ich fand das sehr einladend und liebevoll.

Direkt nach dem Empfang teilt sich das Spa in den Männer- und Frauenbereich. Eine freundliche Mitarbeiterin brachte mich in ein kleines Zimmer mit entspannender Musik, in dem ich meine Kleidung gegen Bademantel und eine kleine Hose tauschte. Danach wurde meine Kleidung in einen Korb gepackt, sicher versperrt und ich in einen kleinen Hamam-Raum geführt.

Dort legte mich auf eine warme Liege aus Stein und meine individuelle Hamam-Waschung in mehreren Schritten begann:

  • Waschung mit sehr warmem Wasser
  • Einseifung mit der typisch marokkanischen schwarzen Seife (savon noir)
  • wieder Waschung am ganzen Körper und kurze Ruhepause
  • sehr festes Peeling mit einem speziellen Handschuh, bei dem sich die alte Haut in kleinen Röllchen ablöst (echt beeindruckend, was da runtergeht)
  • wieder Waschung und Entspannung
  • Einreibung mit der marrokanischen Heilerde Rhassoul, die die Haut babyweich macht
  • kurze Einwirkphase und wieder Waschung am ganzen Körper und den Haaren

Die gesamte Prozedur wurde am ganzen Körper durchgeführt und dauerte circa eine Stunde. Ich musste mich einfach nur von Zeit zu Zeit auf den Bauch oder Rücken drehen 🙂 Danach fühlte ich mich so liebevoll versorgt wie ein kleines Baby. Im Ruheraum konnte ich dann einen süßen Pfefferminztee genießen und weiter entspannen. Eigentlich war ich da schon sehr zufrieden, aber es kam noch mehr! Ich wurde zur Massage abgeholt.

In einem privaten Massageraum wurde ich von einer echten Kennerin eine Stunde lang am ganzen Körper massiert. Und das war definitiv kein bloßes Streicheln, sondern eine professionelle und kraftvolle Ölmassage, die mich sehr an meine Thaimassage für Notfälle in Linz erinnerte. Es war also richtig gut!

Anschließend ging es noch einmal retour in den Hamambereich, wo ich nochmals von Kopf bis Fuß gewaschen wurde. Ehrlich gesagt wurde ich noch nie so verwöhnt. Nach der anfänglichen Scheu, mich fast ganz nackt vor fremden Mitarbeiterinnen des Spas zu zeigen, überwog mit der Zeit mein absolutes Wohlbefinden.

Der Besuch im Spa „Ô Bain de Lina“ war mein vierter Hamambesuch in Istanbul und Marrakesch – und er war für mich der beste, weil ich in privater Atmosphäre ganz wunderbar verwöhnt wurde. Das Spa wird sowohl von Einheimischen als auch TouristInnen besucht. Das “ Ô Bain de Lina“ ist definitiv kein Touristennepp sondern eine echte Wohlfühloase, wo die Mitarbeiterinnen ihr Handwerk wirklich gut beherrschen. Shukran. Schade nur, dass ich nicht regelmäßig in diesen Genuss komme. Aber der nächste Marrakesch-Urlaub kommt bestimmt. Inshallah!