Zu Besuch im Spa „Ô Bain de Lina“ in Marrakesch

Inzwischen bin ich eine echte Hamam-Liebhaberin geworden. Deshalb habe ich mich sehr über die Einladung vom Spa „Ô Bain de Lina“ in Marrakesch gefreut, ihr Hamam auszuprobieren und darüber zu schreiben. Als ich also Ende Februar kaputt vom Flug in Marrakesch ankam, brauchte ich dringend etwas Entspannung und machte mich auf den Weg dorthin.

Mit dem Bus Nr. 5 fuhr ich für 4 Dirham vom Jemaa el-Fnaa zur Haltestelle „Grand Poste“. Dort in der Nähe befinden sich noch einige europäische Geschäfte und ein kleines Einkaufszentrum. Das Spa „Ô Bain de Lina“ liegt nur ein paar Meter von der Bushaltestelle entfernt. Ein großes Schild am Straßenrand zeigt dessen Eingang in ein eher unauffälliges Wohnhaus. Dort gelangt man im Erdgeschoss über einen Weg mit Kerzen und Rosenblättern ins Spa. Ich fand das sehr einladend und liebevoll.

Direkt nach dem Empfang teilt sich das Spa in den Männer- und Frauenbereich. Eine freundliche Mitarbeiterin brachte mich in ein kleines Zimmer mit entspannender Musik, in dem ich meine Kleidung gegen Bademantel und eine kleine Hose tauschte. Danach wurde meine Kleidung in einen Korb gepackt, sicher versperrt und ich in einen kleinen Hamam-Raum geführt.

Dort legte mich auf eine warme Liege aus Stein und meine individuelle Hamam-Waschung in mehreren Schritten begann:

  • Waschung mit sehr warmem Wasser
  • Einseifung mit der typisch marokkanischen schwarzen Seife (savon noir)
  • wieder Waschung am ganzen Körper und kurze Ruhepause
  • sehr festes Peeling mit einem speziellen Handschuh, bei dem sich die alte Haut in kleinen Röllchen ablöst (echt beeindruckend, was da runtergeht)
  • wieder Waschung und Entspannung
  • Einreibung mit der marrokanischen Heilerde Rhassoul, die die Haut babyweich macht
  • kurze Einwirkphase und wieder Waschung am ganzen Körper und den Haaren

Die gesamte Prozedur wurde am ganzen Körper durchgeführt und dauerte circa eine Stunde. Ich musste mich einfach nur von Zeit zu Zeit auf den Bauch oder Rücken drehen 🙂 Danach fühlte ich mich so liebevoll versorgt wie ein kleines Baby. Im Ruheraum konnte ich dann einen süßen Pfefferminztee genießen und weiter entspannen. Eigentlich war ich da schon sehr zufrieden, aber es kam noch mehr! Ich wurde zur Massage abgeholt.

In einem privaten Massageraum wurde ich von einer echten Kennerin eine Stunde lang am ganzen Körper massiert. Und das war definitiv kein bloßes Streicheln, sondern eine professionelle und kraftvolle Ölmassage, die mich sehr an meine Thaimassage für Notfälle in Linz erinnerte. Es war also richtig gut!

Anschließend ging es noch einmal retour in den Hamambereich, wo ich nochmals von Kopf bis Fuß gewaschen wurde. Ehrlich gesagt wurde ich noch nie so verwöhnt. Nach der anfänglichen Scheu, mich fast ganz nackt vor fremden Mitarbeiterinnen des Spas zu zeigen, überwog mit der Zeit mein absolutes Wohlbefinden.

Der Besuch im Spa „Ô Bain de Lina“ war mein vierter Hamambesuch in Istanbul und Marrakesch – und er war für mich der beste, weil ich in privater Atmosphäre ganz wunderbar verwöhnt wurde. Das Spa wird sowohl von Einheimischen als auch TouristInnen besucht. Das “ Ô Bain de Lina“ ist definitiv kein Touristennepp sondern eine echte Wohlfühloase, wo die Mitarbeiterinnen ihr Handwerk wirklich gut beherrschen. Shukran. Schade nur, dass ich nicht regelmäßig in diesen Genuss komme. Aber der nächste Marrakesch-Urlaub kommt bestimmt. Inshallah!

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